Waldbaden – was Neues?

von Ralf Kallenborn (Kommentare: 0)

Nachdem ich gefühlt jeden Tag etwas Neues zum Thema Waldbaden lese, muss ich doch was dazu schreiben. Seit Wochen beobachte ich das Thema und befasse mich mit den unterschiedlichsten Berichten und Beiträgen.

Zumindest weiß ich jetzt, dass ich seit Jahren „Waldbade“ oder zumindest das tue, was man unter Waldbaden versteht. Ich genieße es in Stille im Wald zu sein und mich einzulassen auf das, was gerade im Wald ist – also den Wald mit allen Sinnen wahrnehmen, Gerüche, Geräusche, visuelle Eindrücke, Gefühle – einfach wahrnehmen ohne zu bewerten.

Was passiert dann? Unsere Atemfrequenz, der Puls und der Blutdruck sinken, wir atmen vielleicht tief durch, seufzen und lassen los.

Dazu braucht es etwas Zeit und einfach Ruhe – mit dem Kopfhörer im Ohr und im Gespräch sein, macht beim Waldbaden nicht unbedingt Sinn.

 

Woher kommt es, dass Waldbaden so plötzlich interessant ist?

Sicherlich unterstützend wirkt auch, dass die Wirkung des Waldes nun wissenschaftlich untersucht wird und der Wald sogar therapeutisch genutzt wird. Kliniken und Therapiezentren nutzen die kostenlose Unterstützung der Natur für ihre Konzepte. Man weiß z.B. dass Kranke, die im Krankenhaus auf Bäume schauen ein verändertes Schmerzempfinden haben und schneller genesen.

Und gleichzeitig scheint es scheint so, als ob die Menschen sich rückbesinnen, an das was archetypisch in uns steckt, in unseren Genen verborgen ist. Der Wald hat uns vor Urzeiten immer Schutz, Nahrung und Rohstoffe geboten. In uns Menschen steckt eine Sehnsucht nach Wald. Die Natur verbindet uns auch mit unserem Ursprünglichen. Auch dies ist bekannt und wird untersucht. Es gibt hierzu auch z.B. naturalistische und kulturalistische Erklärungsansätze.

Vielleicht ist es auch einfach so, dass der Mensch sich in der hektischen und mit Reizen überfluteten Zeit nach einem Ort sehnt, an dem er zur Ruhe kommen kann, einfach mal durchatmen kann und sich vielleicht rückbesinnen kann. Und der Wald bietet hierzu eine ideale Umgebung und so nebenbei unterstützen der erhöhte Sauerstoffanteil (mit wenig Staubpartikel) und die Terpene noch direkt unsere Gesundheit. Selbst die Stresshormonwerte sinken messbar. So kann ein regelmäßiger Aufenthalt im Wald im Sinne des Waldbadens sehr förderlich für unser Wohlbefinden und Gesunderhaltung sein. Und gleichzeitig bewegen wir uns auch mehr.

Es bietet sich an die wohltunende Wirkung des Waldes und der Natur in den Alltag zu integrieren. So kann ein kurzer Spaziergang im Park in der Mittagspause bereits ausgleichend wirken oder vielleicht sogar mal ein Meeting draußen abhalten. In der Coachingarbeit bieten sich Geh-Spräche in der Natur an. Coachinggespräche im Wald wirken anders wie in 4 Wänden und die Natur bietet vielfältige Integrationsmöglichkeiten.

 

Ich bin überzeugt, dass bei all der medialen und technologischen Vielfalt, die die heutige Zeit uns bietet und das Leben auch erleichtern, der Wald und die Natur ein ausgleichendes Element sein kann und vielleicht auch sein muss.
Er bietet uns ein ganzheitliches und breites Spektrum an Möglichkeiten uns wertschätzend uns selbst gegenüber zu verhalten.

 

Und zum Ende noch eine Anleitung zum Waldbaden in zehn Schritten

  1. Schlendern: Gehe langsam und gemütlich spazieren. Streckenverlauf, Ziel und Dauer sind nicht festgelegt.
  2. Rasten: Halte inne, verausgabe dich nicht. Lege rechtzeitig Pausen ein. Lass die Seele nachkommen.
  3. Wahrnehmen: Erlebe, was dich umgibt, aber ohne Leistungsdruck. Staune, genieße die Formen, Farben, Gerüche und Geräusche des Waldes. Leg dich ins Laub, sonne dich. Berühre eine Rinde, lehne dich an einen Stamm, setze dich auf einen Baumstumpf. Probiere junge Blätter, die du kennst. Entdeckst du einen Bach, schau aufs Wasser, kühle deine Füße.
  4. Ausprobieren: Gehe mit offenem, wachem Blick, entdecke Bekanntes neu. Lege ein Mandala, flechte Gräser, sammle Steine, Eicheln oder Kastanien, suche dir einen schönen Spazierstock.
  5. Sanfte Bewegung: Balanciere über Stämme, hüpfe über Stümpfe. Wenn du kannst, übe Yoga – der Körper bekommt so mehr Sauerstoff.
  6. Achtsamkeit: Sei mit deiner Aufmerksamkeit im Moment, staune vorbehaltlos, nimm Eindrücke wertfrei wahr.
  7. Augenentspannung: Schau in die Ferne: Genieße das Grün des Waldes, entlaste deine monitormüden Augen.
  8. Atemübungen: Setze dich an einen schönen Platz, und beobachte deinen Atem, lass ihn kommen und gehen.
  9. Meditation: Sammle dich, beruhige deinen Geist, dann findest du zur Ruhe. Anfänger lassen sich anleiten.
  10. Stille: Schweige, träume und genieße das Alleinsein.

Quelle: https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/03/waldbaden-natur-heilung-gesundheit-japan/seite-3#waldbaden-box-1-1-tab

 

Interessante Links zum Waldbaden

https://www.geo.de/natur/naturwunder-erde/21199-rtkl-waldmedizin-besser-als-wellness-wie-waldbaden-unseren-koerper

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/03/waldbaden-natur-heilung-gesundheit-japan

https://www.wohllebens-waldakademie.de/

https://www.3sat.de/wissen/wissenschaftsdoku/therapie-unter-tannen-102.html

 

Ich wünsche Dir viel Muse beim Waldbaden

Salut
Dein Ralf

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